20210217 PM Allseitige grundlegende Bildung sichern – jetzt 

Pressemitteilung des Grundschulverbandes e.V.

17. Februar 2021

Allseitige grundlegende Bildung sichern – jetzt!

Der Grundschulverband appelliert an die Kultusministerien, dafür zu sorgen, dass die Bildungsqua-lität im Elementar- und Primarbereich vorrangig gesichert wird. Denn hier wird das Fundament für den Bildungsweg aller Kinder gelegt. Das besondere Entwicklungsfenster des Kindergarten- und Grundschulalters darf nicht ungenutzt verstreichen.

Bildungsqualität wird gesichert durch Anwendung der bekannten Kriterien guten Unterrichts“ in allen Organisationsformen, auch denen des Wechsel- und Distanzunterrichts. Bildungsqualität be-trifft die Nutzung der Lernzeit für alle Lernbereiche, die Aufgabenqualität und die Lernbegleitung. Eine Dominanz reproduktiven Arbeitens ist unbedingt zu vermeiden. Dazu gehört auch das Koope-rieren miteinander – gegebenenfalls in Settings, die keine körperliche Nähe erfordern. Kinder brau-chen hierbei vielfältige Möglichkeiten ihre Arbeiten zu präsentieren. Sie haben ein Anrecht auf wert-schätzende Anerkennung ihrer Leistung.

Bildungsqualität setzt in dieser Situation kreative didaktische und pädagogische Arbeit voraus. Dies erfordert Planungssicherheit und Verlässlichkeit für die Schulen. Wechselnde Handlungsbedingun-gen und Vorgaben durch die Bildungsbehörden haben Lehrerinnen und Lehrer, pädagogische Fach-kräfte und Schulleitungen überlastet. Die Grundschule benötigt andere Bedingungen, um das von ihr Leistbare zeigen zu können.

Der Grundschulverband fordert ein organisatorisches Umsteuern:

– Klare Rahmensetzungen bei Möglichkeit der Entscheidung für die Gestaltung vor Ort

– Für bildungsbenachteiligte Kinder so viel Präsenzzeiten wie möglich

– Zusatzpersonal (z.B. Werkstudierende), um Lehrkräften Zeitfenster für Lernbegleitung und För-derung von Kindern zu ermöglichen

– Personal für zusätzliche administrative Aufgaben der Lehrpersonen und der Schulleitung

– Verzicht auf Zensuren und Proben, Zentrierung auf die Qualität des Lernangebots.

Der Grundschulverband fordert Unterstützung der Unterrichtsqualität durch:

– Beispiele für qualitätsvollen Unterricht (Wechselmodell, Präsenzlernen, digitale Medien)

– Beratung durch Unterrichts- und Schulentwicklungsberater

– Unterstützung der Kooperation mit den Eltern in der Phase der Öffnung

– Coaching-Angebote für das pädagogische Personal und die Schulleitung

– Konzepte zur Aufarbeitung von Pandemie-Erfahrungen

– Berücksichtigung der demokratischen Mitbestimmungsstrukturen

Der Grundschulverband fordert für die sukzessive Rückkehr in den Regelbetrieb:

– Jetzt einen Plan für den Schülertransport bei Öffnung vorlegen

– Jetzt die räumliche Ausstattung für den Regelbetrieb sichern (AHA L)

– Erhöhte Planungszeit für die Vorbereitung des Wiederbeginns im Deputat vorsehen

– Fördermöglichkeiten (auch Hilfenetzwerk) in multiprofessionellen Teams vorausplanen

– In der Phase der Wiederöffnung sensibel auf Bedürfnisse der Kinder eingehen

– Selbstlernprozesse und Selbstwirksamkeitserfahrungen stützen statt „Lücken füllen“

– Realisierung eines kindergerechten Lern- und Leistungskonzepts

– Zusätzliche Kooperationszeit für die nun verzögerte Anbahnung der Übergänge

Bildungsqualität braucht Entlastung der Lehrerinnen und Lehrer, damit sie sich auf ihre eigentlichen pädagogischen Aufgaben einlassen können. Jetzt ist die Zeit an der Verbesserung der Bedingungen zu arbeiten!

17. Februar 2021 V.i.S.d.P. Susanne Hirsch